Wer in den letzten Monaten touristische und geschäftliche Reisen nach Thailand geplant hat, konnte sich auf eine unkomplizierte Regelung verlassen: Die im Juli 2024 eingeführte 60-tägige Visafreiheit hat viele Prozesse im globalen Mobilitätsmanagement deutlich vereinfacht.
Nun hat die thailändische Regierung jedoch eine kurzfristige Kehrtwende vollzogen und die Regelungen aus Gründen der nationalen Sicherheit verschärft. Für Mitarbeitende im HR- und Visa-Management bedeutet das, dass wir bestehende Reisepläne und Richtlinien umgehend überprüfen müssen.
Hier sind die wichtigsten Änderungen und die konkreten To-dos:
Die pauschale Aufenthaltsdauer ohne Visum wird drastisch verkürzt und an die alten Bedingungen angepasst. Einen konkreten Stichtag gibt es hierfür derzeit noch nicht.
- Zurück zu 30 Tagen: Für Staatsbürger aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und 51 weitere Länder gilt bei der visumfreien Einreise wieder eine Obergrenze von maximal 30 Tagen.
- Keine garantierte Verlängerung: Eine Verlängerung um weitere 30 Tage vor Ort ist zwar voraussichtlich theoretisch noch möglich, liegt aber im Ermessen der Behörden. Reisende müssen den Beamten der Immigration plausible Gründe vorlegen.
- Restriktionen bei der Wiedereinreise: Die Kontrolle von sogenannten „Visa Runs“ wird verschärft. Es sind streng limitiert nur noch maximal zwei visumfreie Einreisen pro Kalenderjahr erlaubt.
Die neuen Regeln gelten nicht rückwirkend: Wer bereits im Land ist oder vor dem Stichtag einreist, kann die bisherige Aufenthaltsdauer voll ausschöpfen.
Verschärfte Kontrollmechanismen bei der Ankunft
Neben den Fristen greifen zwei wichtige formale Anforderungen, die bei stichprobenartigen Kontrollen der Immigration zu einer Einreiseverweigerung führen können. Hier werden mit der oben genannten Änderung verschärfte Kontrollen erwartet:
- Die Thailand Digital Arrival Card (TDAC): Die klassischen Papier-Ankunftskarten wurden endgültig abgeschafft. Jeder Reisende muss zwingend innerhalb von drei Tagen vor der geplanten Landung die digitale Ankunftskarte (TDAC) online ausfüllen. Ohne den dabei generierten QR-Code ist die Einreise über die automatisierten Gates am Flughafen nicht möglich.
- Die Bargeld-Pflicht (Nachweis finanzieller Mittel): Einreisende ohne Visum oder mit einem regulären Touristenvisum müssen bei der Einreise den Besitz ausreichender finanzieller Mittel nachweisen können. Die thailändischen Behörden verlangen hierfür mindestens 20.000 THB pro Person (bzw. 40.000 THB pro Familie) oder den entsprechenden Gegenwert in einer anderen Währung (ca. 550 EUR). Wichtig: Dieser Nachweis muss zwingend in physischem Bargeld erfolgen. Kreditkarten, Bank-Apps oder Kontoauszüge werden von den Grenzbeamten im Falle einer Kontrolle in der Regel nicht akzeptiert.
Um Probleme bei der Einreise zu vermeiden, sollten anstehende Thailand-Einsätze umgehend überprüft werden: Aufenthalte zwischen 31 und 60 Tagen sind nicht mehr visumfrei möglich und erfordern ein reguläres Visum. Zudem müssen Reisende rechtzeitig die digitale Ankunftskarte ausfüllen, ein Rückreiseticket vorweisen und die geforderten 20.000 THB in bar mitführen. Bei Fragen zu Visa-Optionen oder Entsendungsszenarien unterstützt das Visa- und Entrymanagement-Team gerne bei der individuellen Fallprüfung.



