Großbritannien verschärft Kontrolle der digitalen Einreiseerlaubnis ETA

Wer künftig nach Großbritannien reisen möchte, sollte sich gut vorbereiten. Seit dem 25. Februar, gelten neue Vorschriften für visumfrei einreisende Staatsangehörige: die Einreise ist nur noch mit einer elektronischen Reisegenehmigung möglich. Fluggesellschaften sind verpflichtet, Passagieren, ohne gültige digitale Genehmigung oder entsprechende Dokumente die Beförderung zu verweigern.

Digitale Reisegenehmigung wird Pflicht

Reisende aus insgesamt 85 Ländern benötigen ab sofort eine sogenannte ETA (Electronic Travel Authorisation). Diese Regelung betrifft unter anderem Besucher aus Nordamerika und zahlreichen europäischen Staaten.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Kosten: 16 Pfund
  • Gültigkeit: Zwei Jahre oder bis zum Ablauf des Reisepasses
  • Nutzung: Mehrfache Einreisen erlaubt

Auch wer lediglich über einen britischen Flughafen weiterreisen und dabei die Passkontrolle passieren muss, braucht eine ETA.

Vergleich mit anderen Ländern

Mit der Einführung der ETA reiht sich Großbritannien in eine internationale Entwicklung ein. Ähnliche Systeme bestehen bereits in anderen Staaten außerhalb Europas sowie innerhalb der Europäischen Union. Preislich bewegt sich die britische Regelung im internationalen Rahmen.

Wer ist ausgenommen?

Britische und irische Staatsangehörige – auch mit doppelter Staatsbürgerschaft – benötigen keine ETA. Sie müssen jedoch weiterhin einen gültigen britischen Reisepass oder eine entsprechende Berechtigungsbescheinigung vorlegen. In Einzelfällen können Fluggesellschaften auch abgelaufene britische Reisepässe akzeptieren.

Digitalisierung der Grenze schreitet voran

Die neue Regelung ist Teil einer umfassenden Modernisierung des Einwanderungssystems. Ziel ist eine effizientere und langfristig kontaktlose Grenzabfertigung. Bereits seit einigen Jahren werden physische Dokumente schrittweise durch digitale Lösungen ersetzt.

Mehr als 19 Millionen Anträge wurden seit Einführung des Systems im Oktober 2023 genehmigt. Bis Anfang 2026 konnten Einnahmen in Höhe von über 383 Millionen Pfund verzeichnet werden. Diese Mittel fließen laut offiziellen Angaben in die Weiterentwicklung des Grenz- und Einwanderungssystems.

Parallel dazu wurden bereits über 10 Millionen eVisa ausgestellt. Personen mit digitalem Aufenthaltsstatus sollten darauf achten, dass ihre Passdaten im entsprechenden Online-Konto stets aktuell sind, um Probleme bei der Einreise zu vermeiden.

Antragstellung: Schnell, aber mit Planung

Die Beantragung erfolgt unkompliziert über eine spezielle App. In den meisten Fällen wird innerhalb weniger Minuten automatisiert entschieden. Dennoch empfiehlt es sich, den Antrag spätestens drei Werktage vor Reiseantritt zu stellen. So bleibt genügend Zeit für mögliche zusätzliche Prüfungen.

Für den Antrag erforderlich sind:

  • Persönliche Daten
  • Biometrische Angaben
  • Antworten zu Sicherheits- und Strafrechtsfragen

Nach erfolgreicher Genehmigung wird die ETA digital mit dem Reisepass verknüpft.

Operative Auswirkungen für Unternehmen

Für international tätige Unternehmen ergeben sich daraus mehrere relevante Punkte:

  • Reiseprozesse anpassen: Geschäftsreisende ohne gültige ETA werden von Airlines nicht befördert. Eine Prüfung im Rahmen interner Travel-Compliance-Prozesse ist daher zwingend erforderlich.
  • HR- und Mobility-Risiken minimieren: Kurzfristige Projekt- oder Kundenreisen nach Großbritannien erfordern künftig eine verbindliche Vorab-Planung. Versäumnisse können zu Projektverzögerungen führen.
  • Transitverbindungen prüfen: Reiserouten über britische Flughäfen müssen neu bewertet werden, da auch Umsteigeverbindungen ETA-pflichtig sind.

Gerne unterstützen wir von der IAC Unternehmensberatung bei der Anpassung Ihrer Travel-Compliance- und Mobility-Prozesse sowie bei der Risikobewertung für internationale Geschäftsreisen.

 

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