Vereinfachung und Digitalisierung der grenzüberschreitenden Tätigkeit in der EU

Im September hat die EU-Kommission das Maßnahmenpakt „Fair Labour Mobility Package“ zur grenzüberschreitenden Beschäftigung in Europa vorgelegt. Die Zielsetzung der „Digitalisierung“ ist eindeutig. Mit dem Paket soll, neben der Sicherstellung von fairen Arbeitsbedingungen, vor allem die grenzüberschreitende Beschäftigung von Arbeitnehmern in der EU erleichtert und modernisiert werden. Im nächsten Schritt werden die Legis­la­tiv­vor­schläge vom Euro­päi­schem Parla­ment und Rat beraten.

Digitalisierung von Sozialversicherungsnachweisen

Der Europäische Sozialversicherungsausweis (ESSPASS) soll schrittweise alle bei grenzüberschreitender Tätigkeit notwendigen Sozialversicherungsdokumente digitalisieren und damit Arbeitgeber und auch Arbeitnehmer entlasten.

Den Anfang macht die Digitalisierung der A1-Bescheinigung, gefolgt von der Europäischen Gesundheitskarte (EHIC). Die Dokumente sollen künftig einheitlich digital ausgestellt und im EUDI-Wallet (standardisiertes digitales ID-Wallet) abgespeichert werden können.

Fachkräftemobilität

Abschlüsse, Zertifikate und Qualifikationen sollen EU-weit in einem standardisierten digitalen Format verfügbar sein. Durch die vereinfachte Übertragbarkeit und automatische Übersetzungsfunktionen soll die Ausstellung, die Überprüfung und die Anerkennung von Qualifikationen innerhalb der EU signifikant erleichtert und beschleunigt werden.

Stärkung der Europäischen Arbeitsbehörde (ELA)

Der Europäischen Arbeitsbehörde sollen stärkere Instrumente an die Hand gegeben werden, um die Mitgliedstaaten bei der Durchsetzung des EU-Rechts zu unterstützen.  Mit den geplanten erweiterten Möglichkeiten des Informationsaustausches und der Erweiterung von Kapazitäten sollen Kontrollen vereinfacht und damit Missbrauch, Scheinselbstständigkeit, sowie Sozial- und Lohndumping besser bekämpft werden können.

Fazit

Auch wenn die Maßnahmen voraussichtlich zu einer vereinfachten Überwachung führen, wird der Entsendungsprozess mit Fortschreiten der Digitalisierung und der optimierten Prüfung und Anerkennung von Qualifikationen administrativ einfacher.

Ob die konkrete praktische Umsetzung die versprochene Vereinfachung dann auch einhält, bleibt abzuwarten.

 

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