A1 Bescheinigung ist Pflicht bei auf Auslandsdienstreisen oder Entsendungen befindliche Mitarbeiter – stärkere Kontrollen auch in Deutschland

Fehlt bei der Entsendung eines Arbeitnehmers eine aktuelle A1-Bescheinigung, so drohen dem Arbeitgeber Geldstrafen.

Bevor der Arbeitnehmer also zur Arbeit beispielsweise von Polen ins Ausland geschickt wird – sei es im Rahmen einer Dienstreise oder einer Entsendung – ist zu ermitteln, welches Sozialversicherungsrecht zur Anwendung kommt. Dies wird durch die Vorschriften über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit geregelt.

Der allgemeine Grundsatz in der EU-Verordnung 883/2004 besagt, dass die betreffende Person zum betreffenden Zeitpunkt nur einem Sozialversicherungssystem unterliegt – es sollte das System des Landes sein, in dem die Arbeit geleistet wird.

Von dieser Regelung gibt es entsprechende Ausnahmen:

Insbesondere, in denen der angestellte Arbeitnehmer zur Arbeit in einen anderen Mitgliedstaat entsandt wird, und zwar im Namen eines Arbeitgebers, der seine Geschäftstätigkeit in dem Land ausübt, aus dem der Arbeitnehmer entsandt wird. In diesem Fall unterliegt der Arbeitnehmer weiterhin der Sozialversicherung in dem Land, aus dem er entsandt wird unter der Voraussetzung, dass die Arbeitsausübung in dem anderen Land auf höchstens 24 Monate befristet ist. Verlängerungen des Arbeitseinsatzes und dem weiterhin bestehenden Sozialversicherungsrecht des Heimatlandes sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Die A1-Bescheinigung, die von der örtlich zuständigen Sozialversicherungsbehörde ausgestellt wird, bestätigt die Zugehörigkeit zu dem betreffenden Sozialversicherungssystem. Hier gibt es keinerlei Beschränkungen hinsichtlich eines Mindestzeitraums der Arbeitsleistung im Ausland.

Wenn die A1-Bescheinigung (auch bei Kurzaufenthalten, die beispielsweise gemäß den polnischen Vorschriften als Dienstreise gelten) fehlt, kann dem Arbeitgeber/Arbeitnehmer im Land der Arbeitsleistung die Pflicht zur Zahlung der in diesem Land fälligen Sozialversicherungs-/Krankenversicherungsbeiträge für den Zeitraum auferlegt werden, in dem die Arbeit in diesem Land ausgeübt wird oder können dem Arbeitgeber im Land der Arbeitsleistung bestimmte Strafen auferlegt werden.

Hinweis der IAC GmbH: Wir haben vermehrt die Informationen bekommen, dass gerade auch im Rahmen der Corona-Kontrollen bei Beschäftigungsverhältnissen oder in Betrieben die A1 Bescheinigungen abgefragt werden. Wir empfehlen Ihnen daher dringend, Ihre verbundenen Gesellschaften, Unternehmen oder Subunternehmen im Europäischen Ausland darauf hinzuweisen, dass bei Dienstreisen oder Arbeitseinsätzen (Entsendungen) nach Deutschland die A1 Bescheinigungen vorgehalten werden müssen.  Mit unserer Netzwerk-Allianz sind wir Ihnen gern bei entsprechenden Beantragungen und Antragstellungen behilflich. Sprechen uns hierzu einfach an.

 

 

 

 

 

 

 

Empfohlene Artikel

Businessfrau mit Reisepass

Gesetzentwurf: Arbeitnehmer-Entsendung nach dem Brexit

Durch den Gesetzentwurf, zu entnehmen aus der Drucksache 19/26891 des Deutschen Bundestages vom 23.02.2021, legen die Koalitionsfraktion von Union und SPD eine Strategie für die Entsendung von Arbeitnehmern nach Großbritannien und Nordirland in Folge des...
IAC International Assignment Consulting Beitrag-3

Arbeitgeber mit Sitz im Ausland

In der Europäischen Union gilt: Arbeitnehmer, die in einem Mitgliedstaat arbeiten, unterliegen der dortigen Sozialversicherungspflicht – unabhängig davon, in welchem Land der Arbeitgeber seinen Sitz hat.

Sondernews/Merkblätter

Gesetzentwurf: Arbeitnehmer-Entsendung nach dem Brexit
29. März 2021
Arbeitsmigration – Aktuelle Westbalkanregelung
19. März 2021
Update – Überblick: Einreiseanmeldungen innerhalb Europas
15. März 2021
Arbeitgeber mit Sitz im Ausland
11. März 2021
Außenwirtschafts-Online-Forum zum Thema: Brexit
9. März 2021
Ein Jahr Fachkräfteeinwanderungsgesetz
5. März 2021

Sichern Sie sich aktuelles Wissen rund um das Thema „Internationales Personalmanagement - Mitarbeiterentsendung weltweit“

X
X
X